Das Grundstück

Nachdem nun also im Raum stand, evtl. doch noch mal neu zu bauen, haben wir uns erst mal Gedanken gemacht, wie und wo wir denn bauen wollen. Eines war relativ schnell klar, in der Stadt sollte es nicht sein. Eigentlich wäre es uns am liebsten im Ort zu bleiben – alleine schon deshalb, weil auch die Kinder sich in Kita, Schule und Vereinen sehr wohl fühlen und hier ihre Freunde haben. Auch sollte das Grundstück nicht zu klein sein, schließlich haben wir im Moment einen tollen großen Garten.

Es stellte sich aber heraus, dass die Suche gar nicht so einfach war.  Im neuesten Neubaugebiet waren inzwischen zwar erst ein paar wenige Häuser gebaut, aber die meisten Grundstücke standen nicht zum Verkauf oder waren schon an Bauherren vergeben. Am Markt zu haben waren nur noch die Grundstücke, welche direkt an der Landesstraße liegen. Und das am Ortsausgang mit einem Kreisel, so das jeder auch noch schön beschleunigt – Fazit: zu laut und nicht schön gelegen. Im vorigen Neubaugebiet gab es zwar auch noch ein paar wenige Lücken, aber die standen ebenfalls nicht zum Verkauf. Ärgerlich auch angesichts der Tatsache, dass hier bei der Erschließung die Familie schon mal einen Teil eines Grundstückes hatte, wir aber vor zehn Jahren wegen der damaligen Bauverpflichtung die Gelegenheit nicht wahrgenommen haben.

Also haben wir uns nach einiger Zeit auch mal nach Baulücken im alten Teil des Ortes und Objekten im Bestand umgesehen, aber auch hier hat nichts so richtig gepasst. Entweder zu sehr ab vom Schuss oder einfach unter Einbeziehung der Abrisskosten des alten Objektes wirtschaftlich nicht zu vertreten.Auch die Suche bei den einschlägigen Internetseiten brachte oft nur Lockangebote von Hausherstellern, die scheinbar noch gar kein Grundstück hatten, oder das Ergebniss waren immer wieder die gleichen, uns dann schon bekannten Baulücken, die scheinbar auch andere nicht wollen.

Aber dann, Donnerstags abends am 7. April 2011 , stand eine neues Immobilienangebot bei ImmoScout:

Voll erschlossenes Eckgrundstück mit 567m² … das alles  aber ohne Bild und Adresse, nur mit der Telefonnummer eines Maklers.

Also wieder mal ran ans Telefon, und überraschernder Weise haben wir einfach so die Adresse des Grudnstücks genannt bekommen! Frei nach dem Motto: Wenn sie sich ein wenig auskennen, können sie ja mal schauen, ob es ihnen gefallen würde. Die Adresse war uns bekannt, und da uns der Makler am nächsten Tag auch gleich noch Lageplan und Bebauungsplan zugemailt hat, war klar: das könnte das gesuchte Grundstück sein: Ein sonniges Grundstück in zweiter Reihe zu Feld und Wald, ruhige Lage im von uns sowieso präferierten älteren Neubaugebiet, und trotz der Größe dank Eckgrundstück auch zumindest so viel Platz, dass man dem Nachbar nicht direkt auf der Pelle hängt.

Also einmal nicht zu lange zögern und schnell in die Verhandlungen einsteigen  Und auch hier zeigte sich der Makler als Makler und nicht nur als Verkäufer: wir bekamen prompt den Zuschlag zum von uns vorgeschlagenen Preis. Also noch schnell die Finanzierung mit der Bank klären, und schon am 15.04.2011 hatten wir sowohl Kaufvertragsentwurf als auch Finanzierungsangebot vorliegen. So schnell kann es gehen!

Einmal kamen dann noch Zweifel auf, ob denn alles so seine Richtigkeit habe: Zum Notartermin war Melanie schon auf dem Weg zu mir nach Frankfurt, als ich vom Makler einen Anruf bekam: der Verkäufer könne wegen eines Arzttermins nicht kommen, der Notar wisse schon Bescheid und wir müssten später einen anderen Termin ausmachen. Sollte vielleicht doch einer der späteren Interessenten, die es laut Makler ja in der Woche nach unserer schnellen Zusage reichlich gab, mehr geboten haben und der Verkäufer hier wortbrüchig werden ?

Letzlich hat es sich aber doch alles geklärt und wir sind am 2. Mai im zweiten Versuch notariell beglaubigter Grundstücksbesitzer geworden. Und nachdem dann der Kaufpreis  und diverse Gebührenbescheide beglichen waren, auch die neuen Eigentümer im Grundbuch.

Ab jetzt darf ich also ein zusätzliches Grundstück mähen !

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Die Historie – Oder: warum eigentlich neu bauen ?

Schon vor einigen Jahren haben wir uns mal mit dem Gedanken beschäftigt, neu zu bauen und uns auch schon mal in der Fertighausausstellung in Bad Vilbel umgesehen. Damals haben wir uns dann aber für die Übernahme und erste Renovierung einer Wohnung im elterlichen Haus entschieden – es passte einfach besser zu unserer Lebenssituation: unverheiratet und gerade neu im Job …

Inzwischen ist die Familienplanung aber abgeschlossen. Zwei tolle Kinder und zwei relativ sichere Jobs, da stellt man sich irgendwann die Frage, wie die Zukunft weiter gestaltet werden soll und auch, wie man wohnen will. Allerdings brachte eine Aufnahme unserer Vorstellungen zur Umgestaltung und kompletten energetischen Sanierung des inzwischen ganz übernommenen 50er-Jahre-Baus und erste Gespräche mit einem befreundeten Architekten ein ernüchterndes Ergebnis: Die von uns angedachten An- und Umbauten zu einem Einfamilienhaus und sonstigen Maßnahmen würden – obwohl wir ja schon eine hohe 5-stellige Summe in die erste Renovierung gesteckt hatten  – nochmal einen 6-stellige Betrag kosten, für den ich meiner Meinung nach schon ein neues Haus bekommen könnte. Dennoch würde es dann im Kern immer noch ein Haus aus den Fünfzigern bleiben, ein zweieinhalbstöckiges Haus mit all den damit verbundenen Nachteilen, wenn man eigentlich am liebsten auf einer Ebene leben würde. Eine Nutzung als Zweifamilienhaus ist da einfach viel sinnvoller.

Da kam er dann wieder: der Gedanke an einen Neubau – wenn denn das richtige Grundstück dafür zu finden wäre. Denn in unserem schönen großen Garten dürfen wir nicht bauen, das hatten wir vorab auch schon mal bei der Gemeinde angefragt.

Hello world! – Oder: warum dieser Blog ?

Nun ist es also soweit. Ich habe mich aufgemacht, unsere Gedanken und Pläne, Erlebnisse und Eindrücke zum Hausbau in elektronischer Form festzuhalten.

Daher werde ich mich in den nächsten Tagen hinsetzten und die relevanten Dinge der vergangenen Monate und Jahre möglichst chronologisch nacharbeiten, um dann regelmäßig die aktuellen Entwicklungen fortzuschreiben.

Allzu schnell vergisst man in unserer hektischen Zeit sonst das eine oder andere. Und gerade die kleinen Dinge sind es doch, die einen mit etwas zeitlichem Abstand doch auch mal schmunzeln lassen oder die so manchen Sachverhalt in ein anderes Licht rücken.

Außerdem müssen wir gestehen, dass wir im Vorfeld selbst viele Blogs gelesen haben (und dies noch immer tun) und uns hier Ideen und Anregungen und auch so manches Grundwissen angeeignet haben. Unsere Erfahrungen auf diese Weise weiterzugeben ist damit auch ein kleines Stückchen Dankeschön an all jene, die es uns vorgemacht haben.

Natürlich sind wir andererseits auch offen für konstruktive Kritik und Feedback zu unseren Lösungsansätzen, denn man baut ja wahrscheinlich nur einmal, denkt mit Sicherheit nicht an alles und kann durch die Sichtweise Dritter nur profitieren (wenn man sich im Zweifel nicht zu sehr verunsichern lässt.)

So, und da dies meine ersten Schritte in der Welt des Bloggens sind, bitte ich all meine potentiellen Anfängerfehler zu entschuldigen und mir nachzusehen, wenn die eine oder andere Aktivität meinerseits nicht gleich so ganz hinhaut.

Viel Spaß beim Lesen

Jochen