Was sonst noch im April 2012 geschah … Planungsprotokoll und Bodengutachten

Zwei Wochen nach dem Architektentermin haben wir das Planungsprotokoll erhalten. Schön, endlich auch die ersten professionellen Skizzen vom Architekten in den Händen zu haben. Wir haben sie gleich wiedererkannt!

Eine Woche später gingen diese dann mit 3 kleinen Anmerkungen (die OG-Badtür soll eine 90er statt 77er Breite bekommen, und die Platzierung der Fenster könnte noch geringfügig optimiert werden) zurück nach Frankenberg. Schließlich fiebern wir ja dem Vorentwurf entgegen.

Am gleichen Tag habe ich mich auch hingesetzt und aus den Gelben Seiten diverse Geologen/Ingenieurbüros aus dem Umkreis rausgesucht und angemailt. Alle erhielten den gleichen Text mit der Bitte um ein Angebot für ein Bodengutachten mit einem definierten Leistungsumfang gemäß den Anforderungen von Fingerhaus. Wir wollten erst mal Vergleichsangebote zur GAGV einholen. Bei vergleichbaren Kosten ist mir im Zweifel ein völlig unabhängiger Bodengutachter lieber.

Noch am gleichen Tag bzw. am nächsten Tag kamen die ersten Reaktionen per Telefon und Mail – bei anderen musste ich noch eine Woche später nachfragen. Die Angebote waren durchweg wenige Hunderter teurer, dafür beinhalteten sie allerdings auch alle mehr Leistungen (z.B. 3-4 Bohrungen, ausführliches Gutachten anstelle eines tabellarischen etc.).

Wir überlegten nun, welchen Bodengutachter wir nehmen sollen.

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4. April 2012 – Bestätigung des Werkvertrages

Einen Tag nach dem Architektentermin haben wir dann auch die Bestätigung des Werkvertrages erhalten.

Einziger irritierender Punkt: ein Passus zur Erfüllung des „KfW-Effizienzhaus 55“ Vorgaben. Diese seien von unserem Haus ab Oberkante Kellerdecke in Verbindung mit der Erdwärmepumpe und der zusätzlichen Wärmedämmung im Treppenhaus Kellergeschoss erfüllt, würden aber bei der Bauantragserstellung in Abhängigkeit mit den zusätzlichen Heizflächen im Kellergeschoss ,den Grundrissänderungen und der geplanten Kellernutzung noch einmal geprüft. Dabei könnten sich die erforderlichen Maßnahmen nochmal ändern. Wir dachten ja eigentlich, mit den Zusatzmaßnahmen im Werkvertrag hätten wir die nötigen Maßnahmen bereits ergriffen und damit auch finanziell einkalkuliert. Ein kurzer Anruf in Frankenberg, und man erklärte uns, die KfW-Werte könnten erst dann wirklich berechnet werden, wenn das Haus final geplant ist. Die Fenstergrößen, die Ausrichtung des Hauses, die Raumgrößen und eben auch die zusätzlich beheizten Kellerräume (die bei Vertragsabschluss ja schon bekannt waren) hätten hier noch einen Einfluss. Mal sehen, was da noch kommt. Notfalls bleiben wir eben bei KfW 70.

3. April 2012 – Ortstermin mit dem Architekten

Am 3. April hatte wir also unseren Architektentermin – noch bevor wir die Vertragsbestätigung in Händen hatten. Zwar rief Herr H. ( der uns von Fingerhaus zugewiesene Architekt) gegen 11 Uhr an, dass er sich wegen des Verkehrs etwas verspäten würde, aber wir hatten ja den ganzen Tag Zeit. Zunächst trafen wir uns zum „Warm Up“ bei uns zu Hause. Herr H. war gut vorbereitet, wir zeigten ihm aber auch unseren letzten Entwurf und erklärten, was uns wichtig ist. Dann sind wir erst mal zum Grundstück. Er hat die Höhenmaße aufgenommen und sich mit der Bebauung in der Nachbarschaft vertraut gemacht.

Wo unser Haus einmal stehen sollte, hatten wir ja schon markiert. So kamen wir sehr schnell zu einem Konsens, von wo die Erschließung erfolgen sollte und wo z.B. eine Terrasse geplant werden könnte.

Als wir wieder zurück waren, haben wir erst mal Pizza bestellt und gegessen.

Nach dem Essen klärte er uns erst nochmal über die weitere Vorgehensweise auf (Architektengespräch, Vorabzüge, Mehr-Minderkostenrechnung, Eintragung von Änderungen, neue Vorabzüge, Bauantragsverfahren, Rolle von Kundenbetreuer und Bauleiter etc.), wies darauf hin, dass alle weiteren Personen, mit denen wir es in den nächsten Monaten zu tun hätten, bei Fingerhaus fest angestellt seien und nicht etwa auf Provisionsbasis arbeiten würden, so dass wir sicher sein könnten, dass uns das für uns Beste und nicht das Teuerste angeboten würde.

Dann ging es an die Detailplanung unseres Häuschens:

Uns schien, als sei er ganz angetan von unserem Entwurf (Zitat: viel Platz, … mit Keller, und eine Vollholztreppe auch in den Keller – schön, da zeigt sich der Geschmack …).

In  der Planung gingen wir Stockwerk für Stockwerk durch. Im Keller wurde zunächst eingezeichnet, wo die Zuleitung durch die Versorger, der Sicherungskasten ( “ am besten an eine Wand, die durch das ganze Haus läuft“), die Heizungsanlage, Waschmaschine, Trockner und Ausgussbecken sowie die Lichtschächte hin sollen. Auch über die Dämmung sprachen wir. Er schlug vor, die Perimeterdämmung auf jeden Fall gleich um das ganze Haus zu machen und nicht nur in den Bereichen, in denen es gemäß ENEV notwendig sein würde. In den oberen Etagen war eigentlich gar nicht mehr so viel umzuplanen. Im EG wurde lediglich der Bereich Gäste-WC / Garderobe / Vorratsraum / Küche nochmal etwas modifiziert, so dass wir wieder sehr nahe bei einem unserer früheren Entwürfe waren. Die Küche wurde dank Herrn H. aber etwas länger und hat dadurch einen eigenen Eingang vom Flur her. Der Essbereich – unser Engpass – bekam nach draußen eine Schiebetür statt der normalen Terrassentür, so dass hier bei geöffneter Tür auch noch genug Platz ist. Im OG riet er uns zu einer halbhohen Brüstung am Ende der Treppe. Die Wand zwischen Bad und Galerie wurde noch etwas versetzt, um die Dusche besser platzieren zu können, und das WC erhielt eine halbhohe Sichtschutzwand. Allerdings sagte er uns auch noch voraus, dass wir das Bad sicherlich noch 2-3 mal umplanen würden. Meist würde das erst in der Bemusterung endgültig entschieden. (Ebenso könnten auch noch andere kleinere Änderungen am oder im Haus bei der Bemusterung vorgenommen werden, solange sie nicht bauantragsrelevant sind.)

Festgelegt wurden auch noch die zweiten Fluchtwege aus EG und OG ( mit Kurbel wegen der elektrischen Rollläden).

Im Außenbereich riet er uns von einer Garage ab. Für einen Doppelcarport mit angrenzendem Gerätehaus und Durchgang zum Garten sollte der Platz aber reichen.

Als Tipp für die Bemusterung gab er uns, alle RAL Töne zu notieren, damit man dann später die passenden Farben dazu bekommen könnte und die Fall-Leitungen im Keller mit Reinigungsklappen versehen zu lassen. Und man solle sich gleich ein Kabel für eine spätere Photovoltaik-Anlage legen lassen – hier werden wir es aber eher bei einem Leerrohr belassen, denn Material und Technik können sich ja im Laufe der Zeit ändern.

Zu guter Letzt sind wir noch durch das Planungsprotokoll gegangen und Herr H. riet uns, die Vorabzüge gut durchzusehen und uns mit den Änderungen und der Rücksendung Zeit zu lassen, bis wir auch die zugehörige Mehr- und Minderkostenrechung hätten.

Unsere Hausaufgaben für die nächste Zeit laut Herrn H.: ein Bodengutachten erstellen lassen, eine Kopie des Grundbuchauszugs einreichen und uns über die Außenanlagen inklusive der Anzahl der Hausstufen Gedanken machen.

Der Tag endete für uns gegen 20.30 Uhr. Trotz der langen Dauer war es für uns ein sehr angenehmer Tag. Herr H. hat eine sehr nette, ruhige und freundliche Art. Wir fühlten uns jedenfalls bei ihm gut aufgehoben und gut beraten und wünschten ihm noch eine gute Rückfahrt, denn er hatte ja nun im Gegensatz zu uns noch eine ganze Weile im Auto vor sich.