Ein überraschender Anruf

Eine Woche nach dem Vertragsabschluss bekamen wir Post von Fingerhaus. Frau K., unsere Kundenbetreuerin stelle sich vor. Außerdem lag noch einmal ein Ablaufplan für die weiteren Aktivitäten bei. Ansonsten rechneten wir bei der hohen Auftragslage und der langen „Lieferfrist“ von ca. einem Jahr eigentlich nur noch damit, dass wir eine Vertragsbestätigung bekommen würden und dann erst mal einige Wochen Pause wären. Umso erstaunter waren wir, als Ende März bereits der Architekt ( Herr H.) anrief . Er habe einige neue Aufträge und in Hessen wären die benötigten Unterlagen erfahrungsgemäß schneller zu besorgen. Außerdem wäre ein anderer Termin abgesagt worden und wir könnten schon in der nächsten Woche einen Termin vereinbaren.

Gerne  doch ! Vielleicht rutschen wir ja in der Planung etwas nach vorne !

Also gleich mal diverse Ver- und Entsorgungspläne und einen Lageplan vom Katasteramt beantragt ( das ging tatsächlich erstaunlich unbürokratisch per Mail ) und Urlaub für den 3. April eingetragen.

Außerdem sind wir am Wochendende noch schnell aufs Grundstück, um die Hausecken schon mal zur besseren Orientierung abzupflocken. Dabei mussten wir feststellen, dass alle Grenzsteine bis auf einen bei den Straßenbauarbeiten verloren gegangen sind. Also auch hier nochmal die Gemeinde angemailt, um das abzuklären. Wir bekommen die Auskunft, dass die Grenzsteine erstmal nicht neu gesetzt werden sollen. Dafür erhalten wir eine ( bzw. gleich zwei ) bemaßte Skizzen und die Bestätigung, dass die Straßenkanten und die Laternen auch gleichzeitig die Grundstücksgrenzen  darstellen.

Na, dann kann Herr H. ja kommen …

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Herbst 2011 – Land unter !

Was uns immer schon bekannt war, haben wir nach einer Regenperiode im Herbst 2011 erstmals seit uns das Grundstück gehört vor Augen: es stehen zwei große „Tümpel“ in den Senken der Wiese. Zu Denken gibt einem das schon. Auch wenn uns klar ist, dass Lehmboden das Wasser schlecht versickern lässt, wir am untersten Punkt vor einer Straßenbiegung liegen und im Bereich der Straße natürlich alles extrem verdichtet ist, hoffen wir doch, dass das Bodengutachten keine böse Überraschung zu Tage fördern wird.

Unser Teich auf dem Baugrundstück

Erstes Mähen

Nachdem alle Formalitäten erledigt waren und wir nun auch Eigentümer des Grundtücks geworden waren, konnte ich mich im Juni 2011 also erstmals ans Mähen machen. 567 Quadratmeter Wiese, z.t. meterhoch bewachsen mit dicken Gräsern und allerhand Unkraut. Da hat mein kleiner Honda Mäher mal zeigen können, was in ihm steckt. Er hat es überlebt und ich hatte nach 4 Stunden Schwielen an den Händen. Fazit: beim nächsten Mal wird´s halb so schlimm, denn das erste Roden ist ja geschafft und die dicksten Steine und Drahtstücke sind auch weggeräumt.

Das Grundstück

Nachdem nun also im Raum stand, evtl. doch noch mal neu zu bauen, haben wir uns erst mal Gedanken gemacht, wie und wo wir denn bauen wollen. Eines war relativ schnell klar, in der Stadt sollte es nicht sein. Eigentlich wäre es uns am liebsten im Ort zu bleiben – alleine schon deshalb, weil auch die Kinder sich in Kita, Schule und Vereinen sehr wohl fühlen und hier ihre Freunde haben. Auch sollte das Grundstück nicht zu klein sein, schließlich haben wir im Moment einen tollen großen Garten.

Es stellte sich aber heraus, dass die Suche gar nicht so einfach war.  Im neuesten Neubaugebiet waren inzwischen zwar erst ein paar wenige Häuser gebaut, aber die meisten Grundstücke standen nicht zum Verkauf oder waren schon an Bauherren vergeben. Am Markt zu haben waren nur noch die Grundstücke, welche direkt an der Landesstraße liegen. Und das am Ortsausgang mit einem Kreisel, so das jeder auch noch schön beschleunigt – Fazit: zu laut und nicht schön gelegen. Im vorigen Neubaugebiet gab es zwar auch noch ein paar wenige Lücken, aber die standen ebenfalls nicht zum Verkauf. Ärgerlich auch angesichts der Tatsache, dass hier bei der Erschließung die Familie schon mal einen Teil eines Grundstückes hatte, wir aber vor zehn Jahren wegen der damaligen Bauverpflichtung die Gelegenheit nicht wahrgenommen haben.

Also haben wir uns nach einiger Zeit auch mal nach Baulücken im alten Teil des Ortes und Objekten im Bestand umgesehen, aber auch hier hat nichts so richtig gepasst. Entweder zu sehr ab vom Schuss oder einfach unter Einbeziehung der Abrisskosten des alten Objektes wirtschaftlich nicht zu vertreten.Auch die Suche bei den einschlägigen Internetseiten brachte oft nur Lockangebote von Hausherstellern, die scheinbar noch gar kein Grundstück hatten, oder das Ergebniss waren immer wieder die gleichen, uns dann schon bekannten Baulücken, die scheinbar auch andere nicht wollen.

Aber dann, Donnerstags abends am 7. April 2011 , stand eine neues Immobilienangebot bei ImmoScout:

Voll erschlossenes Eckgrundstück mit 567m² … das alles  aber ohne Bild und Adresse, nur mit der Telefonnummer eines Maklers.

Also wieder mal ran ans Telefon, und überraschernder Weise haben wir einfach so die Adresse des Grudnstücks genannt bekommen! Frei nach dem Motto: Wenn sie sich ein wenig auskennen, können sie ja mal schauen, ob es ihnen gefallen würde. Die Adresse war uns bekannt, und da uns der Makler am nächsten Tag auch gleich noch Lageplan und Bebauungsplan zugemailt hat, war klar: das könnte das gesuchte Grundstück sein: Ein sonniges Grundstück in zweiter Reihe zu Feld und Wald, ruhige Lage im von uns sowieso präferierten älteren Neubaugebiet, und trotz der Größe dank Eckgrundstück auch zumindest so viel Platz, dass man dem Nachbar nicht direkt auf der Pelle hängt.

Also einmal nicht zu lange zögern und schnell in die Verhandlungen einsteigen  Und auch hier zeigte sich der Makler als Makler und nicht nur als Verkäufer: wir bekamen prompt den Zuschlag zum von uns vorgeschlagenen Preis. Also noch schnell die Finanzierung mit der Bank klären, und schon am 15.04.2011 hatten wir sowohl Kaufvertragsentwurf als auch Finanzierungsangebot vorliegen. So schnell kann es gehen!

Einmal kamen dann noch Zweifel auf, ob denn alles so seine Richtigkeit habe: Zum Notartermin war Melanie schon auf dem Weg zu mir nach Frankfurt, als ich vom Makler einen Anruf bekam: der Verkäufer könne wegen eines Arzttermins nicht kommen, der Notar wisse schon Bescheid und wir müssten später einen anderen Termin ausmachen. Sollte vielleicht doch einer der späteren Interessenten, die es laut Makler ja in der Woche nach unserer schnellen Zusage reichlich gab, mehr geboten haben und der Verkäufer hier wortbrüchig werden ?

Letzlich hat es sich aber doch alles geklärt und wir sind am 2. Mai im zweiten Versuch notariell beglaubigter Grundstücksbesitzer geworden. Und nachdem dann der Kaufpreis  und diverse Gebührenbescheide beglichen waren, auch die neuen Eigentümer im Grundbuch.

Ab jetzt darf ich also ein zusätzliches Grundstück mähen !